Gäste-Blog 21/22

K-B Jahreself 21/22

 

 

Knapp gescheitert:

 

Werner Braun (SV Reihen II)

 

Nach hervorragenden Leistungen auf und neben dem Platz ist es lediglich der Tatsache geschuldet, dass Mannschaften im Fußball nur zu 11 auflaufen dürfen. Position 12 bis 20 wird raumeinnehmend von Werner Braun gehalten. Sicher schielt er schon auf die Jahreself 22/23 – das Potential und die Entwicklungsfähigkeit sind gegeben – bekommt der kantige Mittelfeldspieler seine PS auf den Platz, ist er in der nächsten Saison sicher mehr als eine Alternative.

 

Schiedsrichter:

 

Florian Heft (Neunkirchen)

 

Er bescherte dem FCK im Heimspiel gegen Waldhof unbewusst den Game-Changer der Saison. 4 Rote Karten und eine katastrophale Spielleitung – aber – ohne dieses Spiel wäre der Betze nicht aufgestiegen. Danke Flori – dein Plan war weitgreifender als wir alle damals wussten. Und sorry für den Stinkefinger damals, ich bin manchmal auch nur ein ahnungsloser emotionsgesteuerter Fan.  

 

Trainer:

 

Julian Keitel (TSV Steinsfurt/SV Ehrstädt) und Christian Stumpf (TSV Steinsfurt)

 

Es braucht hier nicht noch mehr Steinsfurt-bashing. Das haben andere zur Genüge betrieben.

 

Überhaupt sollte die Entlassung von Julian Keitel und Christian Stumpf beim TSV eher als Warnung verstanden werden, wie schnell man über Jahre hinweg aufgebauten Erfolg mit nur einer Entscheidung egalisieren kann und wie schwierig es eben ist Verantwortung zu tragen.

 

Die Nominierung zum K-B Trainerteam des Jahres 21/22 resultiert jedenfalls aus der jahrelangen hervorragenden Arbeit in Steinsfurt.

 

Während Keitel danach bei seinem Heimatverein landete, arbeitet Stumpf ab nächster Saison mit Böhmann und Fuhr beim SV Reihen. Man darf diese Entwicklung durchaus als Happy End bezeichnen.

 

Und weil zu einem anständigen Team auch immer der Torwarttrainer gehört, findet Oliver Wörns ebenfalls seinen Weg in die ehrenvolle K-B Jahreself.

 

Sturm:

 

Markus Stürmer (Union Michelbach)

 

Der Mittelfeldspieler muss aus Platzgründen in die Offensive – dies sollte mit diesem Nachnamen aber kein Problem darstellen. Mit 52 Jahren lauffreudigster Spieler seiner Truppe zu sein ist die Nominierung in der k-B Jahreself mehr als wert. Außerdem stellt er zu dem manchmal etwas phlegmatisch wirkenden Boyd die perfekte Ergänzung im Sturm dar. Union Michelbach und sein Stürmer – die vorderste Linie ist komplett.

 

Terrence Boyd (1.FC Kaiserslautern)

 

Er kam keinen Tag zu früh. Jahre hat es gedauert bis dieser Transfer realisiert werden konnte. Auch wenn er in den Relegationsspielen gegen Dresden eher blass wirkte, war er der Faktor, welcher den FCK überhaupt auf den dritten Tabellenplatz brachte. Bälle fest machen und einfach nur richtig stehen. Wer immer noch behauptet der moderne Fußball braucht diese Zielspieler nicht mehr, der hat wahrscheinlich niemals auf dem Platz gestanden. Wenn dem FCK jahrelang etwas gefehlt hat und etliches hat gefehlt – dann war es ein Spieler wie Boyd – von denen es kaum mehr welche gibt´.

 

Mittelfeld:

 

Tim Fahrenholz (Astoria Walldorf)

 

Starkes Spiel auf der linken Außenbahn gegen Rot-Weiß Koblenz. Neben der Currywurst war Fahrenholz der sportliche Lichtblick an diesem Abend im März. Die linke Seite wurde kontinuierlich beackert und der 2-1 Siegtreffer von ihm vorbereitet.

 

Fabian Gondorf (SV Spielberg)

 

Mittelfeld-Motor vom sympathischen Verein aus Karlsruhe. Leider wurde der Aufstieg in die Oberliga verpasst. Am zweiten Spieltag gegen Mühlhausen war Gondorf jedenfalls Dreh- und Angelpunkt seiner Mannschaft und maßgeblich am 7-0 Erfolg beteiligt.

 

David Kunzmann (FVgg Weingarten)

 

Der entscheidende Mann im Relegations-Halbfinale. Nicht nur durch sein Siegtor der Schlüssel zu diesem Erfolg. War überall auf dem Feld zu finden und vom Gegner aus Pforzheim nicht zu kontrollieren.

 

Matthias Klinkert (VFR Heilbronn)

 

Nochmal VFR Heilbronn. Diesmal ein Spieler rechts außen. Gegen den SC Böckingen am 2.Spieltag war Klinkert in einer hervorragenden Mannschaft auffälligster Akteur. Spielfreudig und dynamisch – leider kamen im Laufe der Saison lediglich 12 Spiele und 1 Tor dazu. Dieser Abend in Böckingen ließ auf mehr hoffen. 

 

 

Abwehr:

 

Sercan Agargün (VFL Brackenheim)

 

Wenn eine Grätsche zum Kunstwerk wird. Gegen den SV Schluchtern ist Argargün der auffälligste Akteur auf seiner rechten hinteren Außenbahn – daran ändert auch die 2-4 Heimniederlage seiner Mannschaft nichts. Zitat aus dem damaligen Spielbericht: „Es ist schön, wenn einer diesen Sport mehr fühlt als durchdenkt.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

Nico Michelberger (FV 1912 Wiesental)

 

Mit dem Kreispokalsieg wurde es nichts – diesen schnappte sich der SV Menzingen. An Nico Michelberger ist es aber nicht gescheitert. Seine sehr starke Leistung im Finale um den Pokal im Kreis Bruchsal wird mit der Nominierung in unsere Jahreself belohnt.

 

Marc Heller (SV Reihen)

 

Wenige Spieler haben in der vergangenen Saison den K-B so geprägt wie der langjährige Spieler vom Sport Verein. Die Nominierung für die Jahreself resultiert aber durch herausragende Leistungen vor allem im letzten Drittel der Saison, welche mir auch in Abwesenheit breitflächig zugetragen wurden. Aus Mangel an Platz im Mittelfeld muss er in die Innenverteidigung – das kann der mittlerweile 30- jährige Routinier aber ohne Probleme liefern.

 

Martin Hess (VFR Heilbronn)

 

Der VFR Heilbronn hat in 34 Spieltagen nur 22 Gegentore bekommen – nicht zuletzt durch seinen Abwehrchef Martin Hess. Jetzt könnte man anmerken, dass der Verteidiger immerhin ein Bundesligaspiel für die Eintracht gemacht hat und auch die Jahre danach in den oberen Klassen der Republik kickte – wer allerdings die Stärke der Bezirksliga Unterland kennt, dem ist bekannt, dass du solch eine Bilanz nicht auf einem Stollen bekommst. Mehr als verdient im Zentrum der letzten Linie. Martin Hess vom zukünftigen Landesligisten VFR Heilbronn.

 

Torhüter:

 

Klaus Kull (SV Reihen)

 

Es gibt Spieler, die haben mit 38 Jahren ihre besten Zeiten hinter sich – andere hatten nie welche. Und dann gibt es diesen einen Moment. Dann kommt auf einmal die 31. Minute am 28.08.21 in Zuzenhausen. Nicht nur, dass Kull plötzlich Torhüter einer Kreisliga-Mannschaft ist, er sticht einen Elfmeter und rettet als sicherer Rückhalt seiner Mannschaft einen Punkt. Noch einmal muss er in den nächsten Wochen quasi als Ersatz-Ersatz-Ersatz-Mann zwischen die Pfosten und hält den Sieg gegen Mühlbach fest. Der kernige Typ, welcher durchaus auch mal anecken kann, wurde in einer durchschnittlichen SV-Runde zu unserem mehr als verdienten Torhüter der KB-Jahreself 21/22.

Kunzmanns große Nummer

 

12.06.2022

Relegation zur LL Mittelbaden Halbfinale 

Weingarten vs. Kickers Pforzheim 1:0

 

Das Relegationsspiel zwischen der Fussballvereinigung Weingarten und Kickers Pforzheim war genau 30 Sekunden alt, da sagte Piggeldy zu Frederick: „Siehst du die Nummer 7 von Weingarten, der wird das Spiel heute entscheiden!“

 

Tatsächlich war schnell klar, dass David Kunzmann eine prägende Figur dieses Spiel werden sollte – doch Schritt für Schritt.

 

Halbfinale um den Einzug in die Landesliga Mittelbaden. Kreisliga Karlsruhe gegen Kreisliga Pforzheim – jeweils die Vizemeister der Klassen trafen sich in Waldbronn zum Armdrücken. Das Stadion im Sportzentrum ist die Heimat des TSV Reichenbach und ein mehr als angemessener Ground für ein solches Spiel. Die Laufbahn nervt ein wenig, aber allein die 100 Meter lange Tribüne auf der Gegengeraden war ein Besuch wert. Eingekesselt in Naturhänge und viele Bäume, die Schatten geben, runden eine schöne Sportanlage ab.

 

Bei Temperaturen um die 30 Grad waren beide Mannschaften bemüht nicht schon all zu früh ihre Körner zu verbraten. Weingarten hatte von Beginn an die Initiative und hatte den oben schon beschriebenen richtigen Mann an Bord – den Kunzmann eben. Das Spiel per se bewegte sich auf mäßiger Kreisliga Stufe. Wenig Feuer, auch überraschend wenig von den Rängen. Die Überlegenheit der FVgg war jedoch stets spürbar und resultierte aus der mehr als ansprechenden Leistung von dem Mittelfeldspieler „Kunze“. Wobei Mittelfeldspieler – der Mann war eher ein nicht zu definierendes Faktotum. Zu viele Ballgewinne für einen Spielmacher, zu wenig Defensivarbeit für einen 6er. Zu offensiv fürs Mittelfeld, zu wenig in der Spitze für einen Stürmer. Vielleicht war genau das der Schlüssel für dieses erfolgreiche Spiel.

Der Spieler war nicht auszurechnen, nicht zu kontrollieren und die Kickers mehrmals überfordert mit dieser Tatsache.

 

Dass der hier besungene Spieler nach 61 Minuten das entscheidende Tor zum Sieg abstaubte war die logische und verdiente Konsequenz des Spielverlaufs. Es war sein Tag, es war sein Spiel. Kann er diese Leistung noch eine Woche konservieren steigt Weingarten in die Landesliga auf. Die Geschichte dieser durchschnittlichen Begegnung hat er geschrieben – selbstredend ist er der letzte Protagonist der KKB-Jahreself welche nach einer ereignisreichen Saison wohl in den nächsten Tagen ihre Veröffentlichung findet.

 

„Wenn die anderen glauben, man ist am Ende, so muss man erst richtig anfangen.“  Konrad Adenauer

 

Weiter geht’s !!!!

Ground Hopp-ing

 

FC Astoria Walldorf vs. FC Rot Weiss Koblenz 2:1

 

Freitagabend – Regionalliga Südwest. Seit nunmehr auch schon wieder 6 Jahren kickt der FC Astoria Walldorf in der höchsten deutschen Amateurspielklasse. Und auch hier hat Onkel Dietmar so einiges möglich gemacht. Gespielt wird im Dietmar-Hopp-Sportpark, welches aussieht wie der kleine Bruder des Dietmar Hopp Stadions in Hoffenheim – gemütlich und der Spielklasse angepasst ganz nebenbei.  Sollte demnächst noch der Dietmar Hopp Sportpalast und das Dietmar Hopp Colosseum gebaut werden sind wir sicher auch dabei.

 

Jedenfalls war an diesem Spieltag der FC Rot Weiss Koblenz zu Gast. Der Elfte gegen den Zwölften – mehr Mittelmaß geht kaum. Das Spiel selbst war aber keineswegs langweilig, sondern durchweg hitzig und viele Aktionen hart umkämpft. Auch spielerisch konnte man sich das gut geben. Zwar gab es immer mal wieder Phasen zum Durchatmen, die technischen und taktischen Fähigkeiten der Protagonisten sind aber ansehnlich und deutet auf ein ansprechendes Niveau der Regionalliga hin.

 

Nach einer halben Stunde traf Maxi Waack zur Führung, 5 Minuten später köpfte Duncan nach einem Freistoß den Ausgleich.

Die für den Spielverlauf entscheidende Szene gab es in der 55. Minute. Lemmer von den Gästen musste Gelb/Rot vom Platz und bescherte damit dem FC Astoria ein großes Übergewicht, welches mit der Führung nach 70 Minuten belohnt wurde. Abermals traf Waack nach schönem Zuspiel von dem starken Tim Fahrenholz.  Letzterer war für mich auffälligster Akteur seiner Farben und beackerte seine linke Seite unentwegt – willkommen in der GÄSTE-BLOG Jahreself.

Wie oft gesehen stellte das zahlenmäßig überlegene Team nach dem verdienten Vorsprung den Betrieb ein und gab den immer aggressiver werdenden Koblenzern Raum und Hoffnung auf einen Punkt. Der Sieg wurde aber erfolgreich und spätestens in der Nachspielzeit ebenso engagiert verteidigt und die Software – Kicker können sich über nicht ganz unverdiente 3 Punkte freuen.

 

Das klang jetzt alles fast schon wieder ein wenig nach dem bekannten Dietmar Hopp-bashing, ist aber keineswegs so gemeint. Stadion schön, Mannschaft sympathisch, nette Zuschauer – wo die Kohle für die Party herkommt, hab ich nicht zu kommentieren. Überhaupt ist Walldorf auch durch die Nähe zu der Anpfiff ins Leben Initiative eine Top Adresse für Jugendfußball, womit man der ganzen Geschichte eine anständige Substanz gibt.

 

Frau Wacker, welche die Spielleitung innehatte, machte ebenfalls einen guten Eindruck, kommunizierte klar und deutlich und hatte in einer oft hektischen Partie stets den Überblick. Es liegt in der Natur der Sache, dass die unterlegenen Gäste dies komplett anders sehen werden. Geschenkt!

 

Freitagabend – Flutlicht – Currywurst und Bier. Kann man mal machen.

 

Heilbronn am Morgen

 

VFR Heilbronn 4-0 SG Stetten/KL

 

Im dritten Anlauf endlich im Frankenstadion. Der letzte Besuch an diesem ehrwürdigen Ground war 2013, als mein FCK gegen die Neckarsulmer Sportunion spielte.

 

Gestern war ein bisschen weniger los, aber dennoch, das Interesse an diesem „Projekt“ VFR scheint stetig zu wachsen. Ich schätze mal 400 Schaulustige fanden sich am frühen Sonntagvormittag rund um den Platz. Verteilt über die schöne Haupttribüne und die umliegenden Stehblöcke machten die Fans des VFR immer mal wieder richtig Stimmung. Zusätzlich gibt es einen Fanshop mit allerhand Merch und ein cooles Angebot an Essen und Trinken. Das Fleischkäsebrötchen war jedenfalls ganz wunderbar.

 

Das Spiel selbst war wie zu erwarten ein ungleiches Duell. Ohne Chance blieben die Gäste. Einem nur auf halbem Gas fahrenden VFR in der zweiten Hälfte, ist es zu verdanken, dass die Partie nur 4-0 endete. Außerdem tun sich die spielstarken Hausherren auf dem sehr schlechten Rasen im Stadion erheblich schwerer als auf künstlichem Geläuf.

Mein eigentliches Highlight an diesem Tag war das herzerfrischende Gespräch mit einem 87-jährigen VFR Sympathisanten in der zweiten Hälfte. Ganz allein stand der Herr auf der Tribüne hinterm Tor. Ich stellte mich einfach dazu und wurde belohnt mit allerlei Fakten und Anekdoten rund um die Fußballszene in Heilbronn. Auch das seine Frau nach 63 Jahren Ehe kürzlich starb und er selbst viel Halt und auch Lebensfreude bei diesem Sport findet, zeigt wieder mal wie Generationen-übergreifend schön Fußball ist. Auch wenn wir uns vielleicht in diesem Leben nicht mehr wieder sehen, tat diese Begegnung an diesem Sonntag sicher beiden gut.

 

Spieler dieser eher schwächeren Begegnung war Abwehrspieler Martin Hess vom VFR. Souverän und abgezockt. Willkommen in der Gäste-Blog Jahreself.

 

Heilbronn hat nunmehr aus 12 Spielen 36 Punkte geholt. Leser mit Mathe-Leistungskurs errechnen hier eine Tendenz die schwer auf Meisterschaft hindeutet. Überhaupt wird es für den VFR erst in den nächsten Jahren richtig interessant werden, wenn man an sportliche und finanzielle Grenzen stößt und versuchen muss, diese zu überwinden. Ich selbst verfolge gespannt den weiteren Weg, sicher nicht zum letzten Mal im ehrwürdigen Frankenstadion.

Working Class Bollenberg

 

SV Union Michelbach vs. TSV Sulzbach 2-4

 

Schluss mit dieser Rosinenpickerei. Endlich mal wieder auf einen Sportplatz wo Fußball hauptsächlich gearbeitet wird.

 

Der Bollenberg in Michelbach, auf dem der heimische SV Union seine Schlachten schlägt, ist für dieses Unterfangen mehr als prädestiniert. Luftig thronend über dem Dorf, umringt von Wald und vereinzelten Bänken. Dahinter ein Clubhaus mit Fensterverkauf. Das angekündigte Rumpsteak war leider schon vor Spielbeginn ausverkauft, daher gab es eine Bratwurst aus der Pfanne. Solide!!!

 

TSV Sulzbach hieß der Kontrahent, mit dem an diesem Sonntag in der Kreisklasse A Mosbach um Punkte gestritten wurde. Neben mir war heute ein alter Kollege am Platz, mit jeder Menge Details zur Michelbacher Mannschaft und dem Umfeld. Eine Simultanübersetzung zu den Ereignissen – was ein Service.

 

Vorab: Der SV scheint ein Familienbetrieb zu sein, bei dem fast jeder mit jedem verwandt ist. Witze über das Dorfleben, in dem man gerne unter sich bleibt, verbieten sich für einen FCK-Fan von Haus aus. Selbst ein Vater-Sohn Duo können die Schwarz-Grünen präsentieren. Sieht man auch nicht alle Tage.

 

Die auf dem Papier unterlegene Heimelf ging umgehend nach 5 Minuten durch Ackermann in Führung. Es gibt keinen passenderen Namen für einen stürmenden Dorfkicker fällt mir gerade auf.

Danach spielten die Gäste ihre vorhandene Klasse aus und gingen Halbzeitübergreifend mit 4-1 in Front. Das zweite Tor vom ackernden Mann blieb das letzten an diesem Tag und es blieb beim eigentlich verdienten Sieg für Sulzbach. Gerne hätte ich einen Punkt auf dem Konto der Unioner gesehen. Ich verfolge den Verein seit Jahren und hab es endlich mal auf den Sporti geschafft. Das hilft Michelbach leider überhaupt nicht weiter und man wird sich aktuell auf Abstiegskampf einstellen müssen.

 

Qua Sympathie schafft es aber dann doch ein Spieler der Heimelf in die Gäste-BLOG Jahreself. Markus Stürmer (Mittelfeldspieler) ist mit seinen 52 Jahren glühendes Vorbild an Einsatz und Lauffreude. Diesen wöchentlichen Helden der unteren Klassen ist es zu verdanken, dass Menschen wie ich auf Sportplätzen noch immer spannende Wettkämpfe vorfinden. Ohne das Engagement und die Hingabe dieser Männer wäre der Ofen Vielerorts schon lange aus. Jährlich wird Stürmer – so berichtet es die Fanszene – im Mai mit einem Blumenstrauß verabschiedet. Böse Zungen behaupten, er tut dies nur, um die Blumen seiner Frau zum Hochzeitstag weiter reichen zu können. Mit oder ohne Bouquet – Willkommen in der guten Gesellschaft der Elf des Jahres.

 

Und auch ein herzliches DANKE an Michelbach. Ihr seid viel mehr Fußball als ihr vielleicht selber wisst. Bis zum nächsten Mal!!!  

Messi oder Ronaldo?

 

Das war die Frage der örtlichen Stadtjugend, welche an diesem Abend im kalten Brackenheim neben uns stand. Bei dieser anspruchsvollen Fragestellung haben die Jungs fast dieses mehr als interessante Spiel zwischen dem heimischen VFL und dem SV Schluchtern verpasst.

Spitzengruppe der Bezirksliga Unterland. Das Leistungsvermögen dieser Klasse wurde hier schon des Öfteren erwähnt und wieder mehr als bestätigt. Das ist einfach ein wahnsinnig guter Fußball, der auf den Plätzen im Schwabenland praktiziert wird.

 

Das Spiel fand leider nicht wie erwartet im kultigen Stadion Wiesental statt, sondern auf einem danebenliegenden Kunstrasen. Des Spielers Freud – ist eben oft des Groundhoppers Leid. Es ist anzunehmen, dass der Speed dieser Partie auch durch den Untergrund befeuert wurde.

Ab Minute 1 war hier Action – Jackson. Kevin Haas, so manchem noch bekannt aus Eppinger-Zeiten, köpfte und schoss die Gäste in Führung. Dies allerdings auch unter freundlicher Mithilfe des immer mal wieder unsicher wirkenden Keepers. Torwart Barjo vom VFL wackelte oft, verdiente sich aber im Laufe der zweiten Halbzeit auch mehrfach das Prädikat Weltklasse. Jean-Frantz Bien-Aime, genannt „Schorsch“, erzielte mit dem Halbzeitpfiff den Anschluss und in der 66.Minute den verdienten Ausgleich. In dieser Phase waren die Hausherren nah dran am Sieg, gingen mit ihren zahlreichen Chancen jedoch fahrlässig um. Nach einem Hammer aus 20 Metern an den Pfosten, ebenfalls durch Schorsch, verletzte sich der Selbige und lief danach nicht mehr rund.

 

Dies nahm gefühlt seinem Team jegliche Option nach vorne und war mitentscheidend für die folgende Niederlage. Hessert konterte mit seinen Farben zwei Mal erfolgreich und nagelte den 4-2 Auswärtserfolg an die Wand.

 

In die Gäste-Blog Jahreself schafft es unüblicher Weise ein Spieler der unterlegenen Mannschaft. Verteidiger Sercan Agargün nimmt mehr als verdient einen Platz in unserer hintersten Linie ein. Aggressiv, spielfreudig und spektakulär. Es ist so schön zu sehen, wenn einer einfach keine Angst hat, Fehler zu machen. Der Typ ist so gut – in der Abwehr fast verschenkt. Von Todesgrätsche bis Torgefahr. Agargün fühlt diesen Sport mehr, als dass er ihn durchdenkt. Erfrischend und berechtigt nominiert.

Auch wenn er zusammen mit seinen Kumpels das Spiel verlor, ein gelungener Gäste-Blog Abend in Brackenheim mit zwei sehr guten Mannschaften.

 

Wurst war auch gut!!!

Schiri wir wussten wo dein Auto stand – ist aufgetankt !!!

 

11.09.2021

FCK vs. Waldhof Mannheim 0-0 

 

Und dann haust du dich nach 41 Minuten in deinen Klappsitz, legst den Kopf in die Hände und willst dich als Fan einfach nur wegwünschen. Nach 95 Minuten stehst du jubelnd in kollektiver Rot-Weißer Glückseligkeit, die Fäuste im Himmel und bist stolz ein Teil dieses Vereins zu sein.

 

0-0 spielt der FCK im Südwest-Derby gegen Waldhof Mannheim. Die Rückkehr auf den Betzenberg war mehr als ein Stadionbesuch. Es war mehr als der Besuch deines Herzensclubs. Es war mal wieder FCK.

 

Dieses Unentschieden der geileren Sorte sahen rund 13.000 Zuschauer, darunter 1000 lautstarke Buwe aus Mannheim. Der FCK setzt die Corona-Maßnahmen penibel genau um, was vor Ort nicht immer auf Verständnis stößt. Teilweise wurden innerhalb der 3G-Regelung Tests aus Ba-Wü nicht anerkannt. Den Einlass ins Fritz-Walter-Stadion gibt’s gefühlt nur nach Sichtung einer mitgebrachten Geburtsurkunde inklusive Stammbaum und die Ordner ahnden jeden Verstoß der Sitz-und Maskenpflicht ohne Gnade. Naja – Zeitgeist eben, hoffentlich irgendwann nur noch Geschichte.

 

Der alles entscheidende Mann an diesem Tag war Florian Heft aus Neuenkirchen, im Nebenjob Schiedsrichter der zweiten und dritten Bundesliga. Dieser symphatische Herr hatte einen Plan - zu Beginn, den Spielern ein wenig mehr Zweikampfhärte gewähren, um nicht schon in den ersten Minuten Verwarnungen aussprechen zu müssen. Nachdem Heft spürte, dass die Protagonisten damit überhaupt nicht umgehen konnten und sich schon ab Minute 1 versuchten die Füße abzutreten, eskalierte der Referee förmlich und gab schon für das kleinste Vergehen Gelbe Karten.

Allein durch diese um 180 Grad gedrehte Spielleitung, kam eine Hektik in die Partie, die keiner auf dem Feld, inklusive dem lieben Florian und seinen beiden Kameraden, mehr zu beherrschen wusste. Das Ganze gipfelte in einem völlig schwachsinnigen Platzverweis gegen den FCK und der Verweisung auf die Tribüne gegen den total neben sich stehenden Waldhöfer Sportdirektor Kientz. Im weiteren Verlauf wurde kaum Fußball gespielt, Rudelbildung, Hektik und jede Menge fragwürdige Entscheidungen. Die Rote Karte gegen den FCK-Verteidiger Senger kurz vor der Pause war fast noch zu vertreten, brachte aber nun auch den letzten Rot-Weißen auf kaum mehr bekannte Umdrehungen.

 

So sehr man Florian Heft in diesem Moment am liebsten die Pest an den Hals gewünscht hätte, so sehr hatte er in diesen Minuten den Roten Teufeln den Gamechanger der Saison beschert.

 

Auf einmal hatte die verunsicherte Mannschaft von Trainer Antwerpen nur noch einen überschaubaren Auftrag. Verteidigen bis zur letzten Minute. Keiner erwartete mehr strukturierte Angriffe oder Doppelpässe. Nur noch den Laden hinten dichthalten. Im Einklang mit dem nun immer lauter werdenden Heimpublikum entwickelte sich ein fast vergessenes Betze-Feeling. „Wir alle hier drin, gegen euch alle da draußen“. Von Minute zu Minute klebten sich förmlich die Fans und Spieler zusammen. Hat man in den vergangenen Jahren eher das Wappen, das Stadion und die Vergangenheit besungen, wurde plötzlich die Mannschaft befeuert. Es waren mal wieder magische Momente auf diesem mystischen Berg namens Betze. Dass die Sache gut ging, war die keineswegs logische aber unfassbar glückliche Konsequentes dieses Spielverlaufs. Sicher leisteten auch die Mannheimer ihren Beitrag, indem man spürte, dass sich die Mannschaft in zweifacher Überzahl in komplett ertragsloser Geduld übte. Ich habs im Freudentaumel nach dem Schlusspfiff nicht genau gesehen, aber ich vermute, die Jungs vom Waldhof schieben sich immer noch die Bälle rund um den Lautrer Sechzehner in die Beine. Macht mal einer das Flutlicht aus!!!!

 

Ein wahnsinniger Nachmittag, welcher die komplette bis hier hin verhagelte Saison verändern kann. Und selbst wenn wir nächste Woche in Verl wieder auf die Fresse bekommen sollten, ich spür wieder so etwas wie Hoffnung. Danke, Schiri Heft und danke allen Beteiligten. „So langs in Deutschland Fussball gibt…“  

 

By the way, in die Gäste-Blog Jahreself kommt heute kein Spieler, obwohl es so ziemlich jeder rote Teufel verdient hätte. Aufgenommen wird der „Mann mit Plan“ Schiedsrichter Florian Heft aus Neuenkirchen. Die Brigade Hartmut Strampe ist sicher mehr als stolz darüber.

Am Samstag geht’s nach über 1 ½ Jahren wieder auf den Betzenberg. Dort wartet das Süd-West-Derby gegen den Waldhof. Es fühlt sich schon jetzt an wie eine Rückkehr nach Hause. Höchste Zeit einmal darüber nachzudenken wie alles begann.

 

Und plötzlich warst du da …

 

Das erste und alles entscheidende Erlebnis. Als der Gäste Blog zur Heimat wurde. Dieser Artikel erscheint erst 27 Jahre nach dem Spiel. Aber keinen Tag zu spät.

 

30.04.1994

 

FCK vs. BVB 2-0

 

Und plötzlich trifft es dich wie ein Blitz. Wie ein Zug, der dir entgegenkommt und in dich fährt. Der Love-Train. Man sucht sich nicht seinen Verein aus! Er findet dich. Niemals vergesse ich diesen einen Moment am 30.04.1994 in Block 7. Das erste Mal auf dem Betzenberg. Nicht mein erstes Bundesligaspiel. Soll keiner sagen, andere hatten keine faire Chance.

 

Der KSC hätte es werden können oder Schalke. Natürlich war auch der FC Bayern sehr verlockend.

 

Der FCK war anders als alles mir Bekannte. Dreckiger, fanatischer, eher eine Ideologie als ein Hobby. Nicht nur Fan-Schal und Fahne, sondern Leidenschaft und Hingabe. Es muss 15.27 Uhr gewesen sein, als der legendäre Stadionsprecher Udo Scholz die Mannschaften vom FCK und dem BVB an diesem Tag auf den Fußballplatz rief. Wie ein schwarzes Loch verschlang mich in diesem Moment die Westkurve. Schreiende Männer mit Schnurbärten. Ein Geruch von Zigaretten, Bier und Schweiß in der glühenden Frühlingssonne. FCK-Trainer Friedel Rausch mit lässiger Porno-Brille vor der neuen Nordtribüne. Stolz sitzt Norbert Thines auf der noch immer optischen Baustelle. Nicht weit von ihm Manager Reiner Geye, wild den Lockenkopf raufend nach jeder Aktion. Andy Brehme haben sie vor dem Spiel noch schnell das Mikro in die Hand gedrückt, damit er an die Fairness der Fans im knallharten Meisterkampf erinnern kann. Die Worte verschwimmen im Dunst der Anspannung. Der FCK kann an diesem 33. Spieltag den Grundstein für die nächste Deutsche Meisterschaft legen. Ein Sieg gegen den UEFA-Cup Aspiranten Dortmund scheint ebenso schwierig wie unumgänglich. Die Aufstellung der Roten Teufel liest sich nicht erst aus heutiger Sicht wie eine Aufzählung von Helden. Ehrmann, Kadlec, Roos, Wagner und allen anderen voran: Stefan Kuntz, die Nr.11. „Ich lebe und sterbe für diesen Verein“ hat er mal gesagt. Auch noch heute glaube ich, dass es für ihn nicht nur leere Worte waren - will ich ihm glauben. Kuntz war für mich der Inbegriff eines Stürmers und viele Jahre mein Vorbild. Eigentlich ist er es immer geblieben.

 

Zwei Wochen vorher wurde der direkte Konkurrent um den Titel, der große FC Bayern, mit seinem kolumbianischen Superstar Adolfo Valencia (El tren) mit 4-0 vom Betze gejagt. Der Kaiser, Interiemstrainer der Münchner, nachdem Erich Ribbeck im Winter entlassen wurde, war derart beleidigt, dass er nicht mal auf der Pressekonferenz nach dem Spiel erschien. Angeblich fand er auf der Baustelle Fritz-Walter-Stadion den Weg zum Presseraum nicht.

Jedenfalls war der FCK im April 94 drauf und dran den gestopften Bazis abermals ein Bein zu stellen. An diesem Tag stand ich in Block 7. Neben mir ein Mann der im Abstand von 5 Minuten Konfetti aus einer großen roten Tüte in die Luft warf. Er tat dies mit einer Ernsthaftigkeit, als würde er höchstpersönlich durch immerzu nötigen Konfettiregen das Ergebnis des Spiels in seiner Hand haben. Auch er war Teil dieses Gesamtkunstwerks. Der FCK wurde an diesem Tag zu meinem Louvre, zu meiner sixtinischen Kapelle, zu meinem Kolosseum. Mit Spielern wie Gladiatoren, mit Trainern wie Priestern und Verantwortlichen die uns die fußballspielende Mona Lisa malten. Diese Illusion bekam erst durch Robert Wieschemanns Auftritt beim DSF-Doppelpass einen Knacks. „Defizit an Durchblick“, ja genau. Und ein Defizit an Krawatten mit denen Man(n) das Haus verlassen sollte zu allem Elend noch obendrauf. Schon während ich diese Zeilen schreibe, beginnen die beiden Gefühle in mir zu kämpfen. Der Zauber, der auf dem Anfang lag und die ganze Scheiße, die danach passiert ist.

 

Da kämpft der lautlose Abstieg aus der zweiten Liga gegen das Erlebnis - Köln im Mai 2008. Da kämpft jede der zahlreichen Niederlagen - gegen das Relegationsspiel 2013.Da kämpft Friedel Rausch gegen Michael Frontzeck, Ottos beste Jahre gegen Kjetil Rekdal und Milan Sasic gegen Michael Henke. 1998 gegen 2006 – 2010 gegen 2012. Du kannst das nicht alles gegeneinander aufrechnen, aber du musst dich irgendwo festhalten. Das ist in letzter Instanz das Stadion, unsere Tradition und die Vergangenheit. Vielleicht noch ein wenig Fritz Walter, Der-Betze-Brennt.de hält mich oft am Leben und eben die Erinnerung an diesen einen Tag. Wenn ich die Augen schließe, kann ich diese Emotion immer wieder nachspüren.

 

Ich war 8 Jahre alt, als dieser Verein in mein Leben kam. Zum ersten Mal im Leben verliebt. Dass der FCK mit 2-0 gewann wurde aufgrund der überwältigenden Eindrücke fast zur Nebensache. Kuntz und Kuka hielten die Betze-Buben auf der Meisterstraße. Aber auch dass es am Ende der Saison „nur“ zur Vizemeisterschaft reichte, machte mich eher stolz als traurig. Schon früh hatte sich das überlegene Gefühl in mir verfestigt, durch und mit meinem Verein anders sein zu dürfen. Ja das „anders sein“ sogar immer wieder zu feiern und als Paradigma zu verstehen. Der 1.FCK ist kein Hobby. Er ist das Leben. Er ist tief fallen und weiterkämpfen, er ist feiern und weinen, er ist ermüdend und doch komm ich nicht von ihm los.

 

Später wurde Block 11 meine Heimat. Als uns Marschall gegen Wolfsburg zum Meister schoss stand ich dort. Als sie meine Heimat aufgrund von größenwahnsinnigen Stadion-Träumen abrissen, pilgerte ich über die Westkurve. Mal wieder in 7, dann mal im Oberrang. Im Laufe der Jahre auch mal auf der Süd und heute gerne auch mal auf der Haupttribüne. An jedem bedeuteten FCK Ereignis der vergangenen 27 Jahre habe ich teilgenommen. Und waren diese noch so traurig. Das Ende dieser gemeinsamen Geschichte kennt nur den Tod des FCK´s oder meinen. Der Anfang dieser Reise war am 30.04.1994. Nach dem Spiel wollten wir noch in eine Fan-Kneipe gehen, ging leider nicht, weil sich ein paar Kutten darin in der Wolle hatten und Gläser flogen. FCK: „du Teil von mir“.

02.09.2021

 

Gäste-Blog Teil 2

 

Heute: Heilbronn bei Nacht

 

Der VFR Heilbronn ist ein zeitweise fast vergessener Traditionsverein, der vor ein paar Jahren wieder auferstanden ist und aktuell in der Bezirksliga Unterland das Highlight darstellt und seinen Gegnern Das bzw. Die zwei Spiele des Jahres beschert.

 

Der Stadtclub aus dem Frankenstadion, welches dem Verein mal locker ein Heim-Ground mit 17.000 Plätzen vorhält, war in den 90gern noch in der Oberliga und durchaus eine Hausnummer in Baden-Württemberg. Nationaltorhüter Eike Immel war da mal Trainer, wohlbemerkt, bevor er im Dschungelcamp war. Jedenfalls ging der Club vor die Hunde und fusionierte irgendwann mit dem nicht viel weniger traditionellen FV Union Böckingen. Ein Move, der eigentlich undenkbar schien. Etliche Jahre stritt man sich um die Vorherschafft in Heilbronn und pflegte eine ordentliche Fußball-Feindschaft.

Direkt neben dem ehemaligen Union-Gelände, der heutigen Heimat des FC Union Heilbronn (Blickt eigentlich noch jemand durch?) ist der SC Böckingen beheimatet. Und genau diese Herren spielten eben am heutigen Donnerstag gegen den neuen VFR Heilbronn. Ich könnte die Gegebenheiten besser erklären, aber dafür bräuchte ich eine Tafel.

 

SC Böckingen vs. VFR Heilbronn

 

Dass der VFR alles andere als ein normaler Bezirksligist ist, wurde schon beim Blick um den Kunstrasen herum klar. Nicht weniger als 350 Zuschauer besiedelten das Gelände. Dazu etliche Fahnen und die lautstarken Heilbronner Jungs (V-V- VFR!!!!!). Viele Fans, die noch die besten Zeiten ihres Vereins erlebt haben und in nostalgischer Hingabe die Neuauflage anfeuern. Die Begegnung startete im Schatten des Seestadions, welches jetzt absolut liebevoll „Erbe Arena“ heißt – Why? – (Ich weiß dafür gibt’s Kohle, aber ist das wirklich immer nötig derart kultige Grounds mit Werbenamen zuzupflastern?). Vorneweg, das Leistungsvermögen der Bezirksliga Unterland ist phänomenal gut. Beide Mannschaften würden in dieser Form in Sinsheim womöglich ungeschlagen Meister werden. Von den beiden starken Teams war der VFR noch eine Ecke besser und belästigte die Heimelf mit tollen Seitenwechseln, jede menge Spielwitz und der nötigen Härte. Auch wenn der SC immer wieder Nadelstiche setzen konnte, stand es zur Pause verdient 0-2. Auffälligster Spieler war für mich Mattias Klinkert auf der Außenbahn, der hiermit offiziell nach Fabian Gondorf (SV Spielberg) der zweite Spieler in der Gäste-Blog Jahreself ist.

 

Das Spiel verlor auch nach dem Seitenwechsel nicht an Tempo, Heilbronn hatte die Begegnung immer im Griff und gab durch eine gute Raumaufteilung den engagierten Jungs aus Böckingen fast keine Möglichkeiten. Kurz vor dem Ende klingelte es zum 0-3 Endstand. Wenn der VFR nicht aufsteigt und der SC nicht mindestens unter die ersten 6 kommt fall ich vom Glauben ab.

 

Was sonst noch auffiel war das durchweg disziplinierte Verhalten der Spieler miteinander und dem Schiedsrichter gegenüber. SchiedsrichteR – Singular. In Heilbronn kommt in der Bezirksliga kein Gespann, nicht mal in so einem Spiel. Jedenfalls hat es ein Zuschauer gewagt den souveränen Schiri zu kritisieren, danach wurde er von zwei Ordnern in sichere Entfernung des Spielfeldes gebracht. Auch wenn eine derartige null Toleranz Linie zu funktionieren scheint, fand ich das fast ein wenig zu sensibel.

Ein gutes Spiel, viele Fans und Heilbronn bei Nacht. Selbst die Wurst war diesmal gut. Brauchs mehr?

29.08.2021

SV Spielberg vs. 1.FC Mühlhausen 

Endlich wieder Groundhopping. Endlich wieder Gäste-Blog. Warum nicht mal nach Spielberg?

 

Das kleine Dorf im Landkreis Karlsruhe ist mit knapp 3000 Seelen nicht wesentlich größer als Reihen, beheimatet aber einen Sportverein, der seit Jahren die oberen Klassen der Süd/Westlichen Republik bespielt. Bis in die Regionalliga haben es die Jungs vom Bechtle Stadion geschafft. Ich habe keine Ahnung wie das geht, oder wer die Party bezahlt. Auf den ersten Blick ist der Verein eine KSC-Filiale. Kaum ein Spieler ohne Sport-Club Vergangenheit spielt dort. Wenn man mit den Leuten spricht, gibt es tatsächlich schon den ein oder anderen Geldgeber, allerdings sticht kein großer Mäzen oder Sponsor ins Auge. Das Sportgelände am nebligen Talberg ist jedenfalls die Reise wert. Trotz Dauerregen viele begeisterte Zuschauer, eine kleine Tribüne, das Clubhaus mit Terrasse bevölkert mit Rentnern. Das Ganze wirkt super schnuckelig und familiär. Respekt aus Reihen für dieses tolle Stadionerlebnis. Man spürte, dass Konstrukt macht auch den Spielern Spaß und mit derlei Ressourcen kann man bestimmt auch den ein oder anderen Akteur ohne das ganz große Geld in den Verein locken.


Heute ging es jedenfalls gegen den 1.FC Mühlhausen, welcher wohl gerne ein Wörtchen um den Aufstieg mitreden würde. Die Partie wurde von Beginn an durch Spielberg dominiert. Bis zur 45. Minute konnte der FC noch einigermaßen mithalten, dann gelang die verdiente Führung. Nach der Halbzeit kann man von einem gefühlten Klassenunterschied sprechen. 7-0 gewann die Heimelf. Der herausragende Spieler war Fabian Gondorf, welcher im Mittelfeld frech und laufstark jeden Angriff federführend gestaltete. In dieser Form ist Spielberg ein ganz heißer Kandidat um den Aufstieg in die Oberliga. Aus Sinsheimer Sicht ist der ehemalige Rohrbacher und mittlerweile schon langjährige Mühlhausener Jörn Wetzel interessant. Der Stürmer hat eine starke Präsenz auf dem Platz und war die einzige kleine Gefahr im Spiel der Auswärtsmannschaft. Im zweiten Durchgang konnte aber auch er keinerlei Akzente mehr setzen und ging mit seinen Kameraden regelrecht baden.


Ein durchweg gelungener Gäste-Blog, daran konnte nicht mal das Wetter und die katastrophale Stadionwurst etwas ändern. Der SV Spielberg bleibt sicher im Fokus und wurde nicht zum letzten Mal besucht.

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