Gäste-Blog 22/23

Grenzwertig

 

Relegation zur Bezirksliga Unterland Runde 1

 

SGM Höchstberg/Tiefenbach vs. FV Wüstenrot 

 

TSG – Sportanlage Wertwiesen

 

Ist das noch zu verantworten? Knapp 40'C zeigte das Thermometer auf der TSG Sportanlage mitten in Heilbronn. Der Anstoß um 17.00 Uhr – zugegeben an diesem Tag wäre jede Uhrzeit vor 22.00 Uhr problematisch geworden, aber dennoch – es war fucking heiß und wie ich finde auch gefährlich.

Als ich Fußballspieler war habe ich dieses Wetter geliebt – da sprachen wir aber über 10 Umdrehungen weniger im Backofen. Ich hätte bei diesen Gegebenheiten auch zu meinen besten Zeiten – die gab es tatsächlich – nicht spielen wollen. Man merkte es den Mannschaften an, der eigentliche Gegner war die Hitze und weniger der Kontrahent.

 

Zusätzlich möchte ich hier an die Vereine appellieren endlich wieder Bäume und andere schattenspendende Elemente auf den Anlagen zu pflanzen. Im sehr schönen Stadion der TSG gab es lediglich eine kleine Ecke ohne die pralle Sonne in der Fresse – da halfen auch die 8 kleinen Sonnenschirme nichts mehr.

 

Gespielt wurde aber dennoch, die Sympathien unter den 500 Zuschauern waren klar in Richtung Höchstberg verteilt. Ein stimmgewaltiger Fanblock mit Fahnen und Trommeln unterstützte den Herausforderer aus der Kreisliga A2.

 

Die SGM war über die komplette 1. Hälfte die spielbestimmende Mannschaft und scheiterte vor dem Tor eher an den eigenen Nerven als am Gegner. Kurz vor der Pause viel dann dennoch der Führungstreffer durch Dennis Knapp – verdient und dem Spielverlauf angemessen.

Zwar behielt das Team aus Höchstberg auch in den zweiten 45 Minuten die Initiative, ließ aber durch ungeschicktes Verteidigen beste Chancen für Wüstenrot zu. „Hami“ Bouidia scheiterte freistehend auf der Linie und sorgte mit dieser Aktion unfreiwillig für die Szene des Tages. Darum kam es wie es kommen musste, Tim Schädler traf per Elfmeter und markierte den verdienten 2-0 Endstand. Das bedeutet die Qualifikation zum Endspiel um den Aufstieg in die Bezirksliga. Kicken bis Ende Juni – da waren andere Mannschaften schon zwei Mal auf dem Ballermann. Nichts für Weicheier dieses Unterland und wahrlich nichts für Sonnenverächter dieses Spiel. Brütende Hitze, kaum Schatten und Spieler am Limit – selbst die Stadionwurst wurde an diesem Tag gegen Wasser getauscht – mehr muss ich wohl nicht sagen, außer Glückwunsch an die SGM Höchstberg/Tiefenbach.

Le Final de Elsass

 

FC Truchtersheim/Stutz vs. FC Eschau 4-2

 

18.06.2022 Stade Municipal Oberhausen

 

Finale Coupe D Alsace oder auf Alemannisch – das Finale um den ElsassPokal. Auch im Lande des Fußballweltmeisters können sich die Vereine der unteren Ligen für höhere Aufgaben qualifizieren. Daher ist dieser Wettbewerb am ehesten mit unserem heimischen Verbandspokal vergleichbar.

 

Das Beruhigende vorneweg – der Ball ist auch in Frankreich rund. Allerdings findet man bei genauerer Betrachtung allerhand Unterschiede zum Kick auf unseren bekannten Sportplätzen. Die Szenerie erinnert stark an ein Kreispokalfinale, wenngleich das gesamte Elsass mit um den Pott spielt. An die 600 Zuschauer pilgerten ins Stade Municipal in Oberhausbergen, einem Vorort von Straßburg. Die Kontrahenten spielten an diesem Tag nicht in ihren eigentlichen Trikots und Vereinsfarben, sondern eigens fürs Finale angefertigtem Stoff in Grün- und Neonorange. Das Logo vom Verband auf der Brust und den Werbepartner des Wettbewerbs auf dem Bauch gabs obendrauf – Supermaché – Allez Allez!!! Die Fähigkeiten der Mannschaften können unserer Landesliga zugeordnet werden, mit zunehmender Spieldauer wurde das bei Temperaturen um die 35 Grad nicht besser und es entwickelte sich ein wenig strukturierter aber durchaus spannender Finalkick.

 

Truchtersheim war als Aufsteiger in Liga 4 (Die National 2.) favorisiert und lag nach 15 Minuten mit 0-2 in Rückstand. Ein Elfmeter nach 30 Sekunden und ein schöner Spielzug – der schönste an diesem Tag – brachten den FC Eschau in Front. Nach der anfänglichen Unruhe wie es für Finalspiele üblich ist, entwickelte sich eine offene Partie geprägt von einem für mich nicht nachvollziehbaren Ein- und Auswechselspielchen. Mehr oder weniger „fliegend“ wurde getauscht – manche Spieler durften drei Mal rein und wieder raus – ohne jeglichen Rückschluss auf Taktik oder Leistung war somit eine ständige Unruhe auf dem Platz.

 

Nach einer Portion Pommes in der Halbzeit und dem landestypischen Orangina konnte Truchtersheim in Minute 50 ausgleichen und im letzten Drittel der Partie sowohl seine Klasse und die erkennbar bessere Physis ausspielen. 4-2 wurde gewonnen und mit Pyro inklusive Platzsturm standesgemäß gefeiert. Bester Spieler seiner Mannschaft war Louis Kleinbeck, er brachte die nötige Härte und Schnelligkeit mit um auffallend herausragender Man of the Match zu werden. 2 Kisten machte er obendrein – Willkommen in der K-B Elf 22/23.

 

Erwähnenswert ist die Herzlichkeit, mit welcher man auf dem Sporti behandelt wurde. Jede Sprachbarriere wurde mit einem Lächeln überwunden – Frankreich war wie immer eine Reise wert.

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