Ein Funke reicht...

Der SV Reihen schlägt den VfB Epfenbach im Kreispokal-Halbfinale mit 2:0 und zieht erneut ins Endspiel ein.

Ein Abend, an dem die Mannschaft mal wieder Lieferant eines Erlebnisses war, das nicht nur Reihenmer Herzen hüpfen ließ. Gefeiert wurde neben dem zweifellos herausragenden sportlichen Erfolg einmal mehr vor allem der Verein selbst. Und um den anzuzünden, reicht meist schon ein kleiner Funke.

Es mag kein Zufall sein, dass das Bild des Abends nicht zwingend ein sportliches war, sondern vielleicht jenes, das den Aggregatzustand des Sportvereins Reihen im Jahr 2026 am treffendsten beschreibt: Wenn die Nordkurve das Einlaufen der Mannschaften mit Fahnenschau und Wunderkerzen untermalt und ein 83-Jähriger mit akkurater Seriosität sein Zündholz in die Luft hält, als hinge davon der Spielausgang ab, dann zeigt das einmal mehr, welche Kraft in dieser Gemeinschaft steckt. Ja, im Prinzip: welche Kraft im Fußball steckt.

 

Aber Chronistenpflicht bedeutet eben auch, sich nicht in gefühlsgedopten Zeilen zu verlieren, sondern das Erlebte sauber zu dokumentieren.

"Fahnenschau und Maskottchen August - Starke Leistung"

Ein sehr gut gefülltes Karolus-Stadion sah an diesem Abend einen verdienten Sieger. Die größte Chance der Partie hatte zunächst der VfB Epfenbach nach fünf Minuten, doch Stefan Scholl hielt den Kopfball stark vom Tor fern. Danach übernahmen die ganz in Schwarz spielenden Hausherren zunehmend die Kontrolle, ohne sich zunächst die ganz zwingenden Möglichkeiten zu erarbeiten.

 

Dafür brauchte es dann schon ein Werk irgendwo zwischen Flankenball, Pass, Befreiungsschlag und Geistesblitz. Fabi Hack jagte das Spielgerät aus rund 60 Metern in Richtung Tor, VfB-Keeper Lukas Bing verschätzte sich – und der Ball kullerte unter großem Jubel über die Linie. Ein Tor, das man nicht alle Tage sieht. Eines, das aber zu diesem Abend irgendwie passte.

 

Die vielleicht spielentscheidende Szene folgte kurz vor der Pause – erneut unglücklich für den Schlussmann der Gäste, der spätestens da einen komplett gebrauchten Abend erwischt hatte. Marlon Schwartz setzte konsequent einem langen Ball nach, Bing kam heraus und holte den Reihenmer Stürmer deutlich von den Beinen. Rot. Ob wegen Notbremse, wegen der Wucht des Fouls oder wegen beidem zusammen – der Platzverweis war folgerichtig.

 

Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie immer einseitiger. Die Gäste hielten sich in Unterzahl zwar ordentlich, doch Reihen blieb wach, aktiv und griffig. Die endgültige Entscheidung besorgte dann Yanik Schwartz, der eine Vorlage seines Bruders souverän einschob und das Karolus-Stadion endgültig in den Finalmodus versetzte.

"Yanik Schwartz sorge mit seinem Treffer zum 2-0 für die Entscheidung"

Namen aus dieser Mannschaft könnte man viele nennen. Bellanave zum Beispiel, der scheinbar immer dort am Ball ist, wo der Rasen am besten liegt. Musik mit einem starken Auftritt. Ebenso die beiden Bauer-Buben, die viel Präsenz und Intensität ins Spiel brachten. Müsste man sich allerdings auf einen Spieler des Abends festlegen, dann fiele die Wahl wohl auf Marlon Schwartz. Er wird aktuell von Spiel zu Spiel besser, geht mit einer Konsequenz in die Zweikämpfe, die Gegner permanent unter Stress setzt, und war einmal mehr ein echter Aktivposten.

 

Überhaupt war es vielleicht nicht der ganz große sportliche Leckerbissen – aber die Mannschaft war in jeder Phase des Spiels präsent, aufmerksam und hellwach. Und auch das ist eine Qualität, die Halbfinals gewinnt.

 

Alles drumherum war ohnehin wieder der Rahmen eines Fußballabends, wie es ihn in diesen Zeiten und in dieser Spielklasse nicht an vielen Sportplätzen gibt. Maskottchen August inklusive, das sich vor Stuttgarts Fritzle, Bochums Bobbi Bolzer oder dem leicht verstörend anmutenden Heidenheimer Teddy nun wirklich nicht verstecken muss.

 

Nach 85 Minuten wurde der große Schriftzug „Ein Funke reicht“ kurzerhand gekürzt und zu „Reicht“ umgebaut. Doch selbst das war an diesem Abend noch unvollständig. Richtiger wäre gewesen:

 

Reicht? Uns noch lange nicht. Wir sind im Finale.

Ein paar harte Fakten gibt es natürlich auch noch: Gegner im Endspiel wird der FC Zuzenhausen II sein, der im parallel stattfindenden Halbfinale den VfL Mühlbach mit 3:0 bezwang. Die Entscheidung über den Finalort dürfte nun langsam Fahrt aufnehmen. Wie immer spielen neben der Machbarkeit des ausrichtenden Vereins auch geografische Überlegungen eine Rolle. Dühren war bereits am Donnerstagabend ein vielgenannter Name. Das Dietmar-Hopp-Stadion dürfte dagegen eher keine Alternative sein.

 

Fest steht dagegen: Das Endspiel steigt wie immer am Tag vor Vatertag – in diesem Jahr also am 13. Mai.

 

Und weil ein Finale nicht einfach nur gespielt, sondern anständig herbeigeschrieben werden muss, holt der Kuckucks-Blog in den kommenden Tagen den Pokalticker wieder aus dem Keller und versorgt euch täglich mit allem, was man vor diesem großen Abend wissen, fühlen und vorfreudig aufsaugen sollte.

 

Also: immer mal wieder vorbeischauen.

Druckversion | Sitemap
© SV 1920 Reihen e.V.