Niemand konnte ihm das Wasser reichen

Der SV Reihen erlebt derzeit eine der erfolgreichsten Phasen seiner Vereinsgeschichte. Doch schon lange vor der titelreichen Dekade der vergangenen 20 Jahre zählten die Fußballer aus dem Prof.-Karolus-Stadion zu den großen Traditionsvereinen im Kraichgau.

 

Einer der Baumeister – wenn nicht sogar der sportliche Architekt dieser Gewissheit – war Bruno Pasker in den 1950er- und 1960er-Jahren.

 

Bereits 1956, mit gerade einmal 17 Jahren, bezeichnete ihn die Rhein-Neckar-Zeitung als den populärsten Jugendspieler im Kreis Sinsheim. In diesem Sommer wurde er mit seiner Mannschaft – wie schon in den Jahren zuvor – Jugendkreismeister.

 

Zwei Jahre später folgte der nächste große Meilenstein: Der SV Reihen wurde mit Pasker erstmals Meister der A-Klasse, die sportlich der späteren Bezirksliga und heutigen Kreisliga entsprach, und stieg in die überregionale 2. Amateurliga auf. Mit 19 Treffern war der blonde Stürmer nicht nur statistisch, sondern auch spielerisch einer der entscheidenden Faktoren dieses Erfolgs.

 

Auch die A-Klassen-Meisterschaft 1966 sowie der Kreispokalsieg gegen Waibstadt im Jahr 1967 trugen unverkennbar seine Handschrift. Diese Erfolge bilden einen wesentlichen Teil des Fundaments, auf dem wir heute mit Stolz den Begriff Traditionsverein verwenden dürfen.

 

Trotz zahlreicher Angebote höherklassiger Vereine blieb Bruno Pasker seinem SV Reihen stets treu. Während seiner gesamten Laufbahn trug er ausschließlich das schwarz-weiße Trikot mit dem Lindenbaum auf der Brust – ein Zeichen von Verbundenheit zu Dorf und Verein.

 

Schon damals neigte man in Reihen nicht zur falschen Bescheidenheit und verglich die sportliche Erfolgsachse des FC Bayern – Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Gerd Müller – gerne mit dem SV-Reihen-Trio Wolfgang Fackler, Karl Mayer und Bruno Pasker. Wer sportlich die Nase vorn hatte, lässt sich aus heutiger Sicht kaum objektiv beurteilen. Sicher ist jedoch: Das Erbe, das wir heute weitertragen, ist untrennbar mit diesen Spielern verbunden.

 

Am 23. November 2025 verstarb Bruno Pasker im Alter von 87 Jahren – vielleicht der beste Spieler, den der SV Reihen je hatte. Auch wenn ihn nur noch wenige der heute Lebenden selbst spielen sahen, sind die Geschichten dieser Zeit lebendig geblieben. Sie stiften Identifikation, Stolz und Gemeinschaft.

 

„Niemand konnte ihm das Wasser reichen“ – ein Satz, der bis heute fällt, wenn man den Erzählungen über Bruno Pasker lauscht.

 

„Jede Zeit hat ihre Helden“, heißt es im SV-Lied Solange der Lindenbaum noch steht.

Bruno Pasker war einer von ihnen.

 

Wir verneigen uns vor einem großen SV’ler und sagen zum Abschied nicht nur Servus, sondern vor allem: Danke.

Links: 

 

Hall of Fame

 

1958

 

Jahrhundertelf

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