Vorbereitungszeit heißt Testspielzeit.
Und Testspielzeit bedeutet: ab und zu mal über den eigenen Tellerrand hinausschauen zu dürfen.
Am morgigen Samstag hat der SV Reihen dafür ein echtes Schmankerl im Angebot.
Zu Gast ist der FSV Salmrohr aus Rheinland-Pfalz – seines Zeichens das kleinste Dorf, das jemals in der eingleisigen Zweiten Liga mitmischte.
1986/87 spielte das Team um Torjäger – und späteren Trainer – Klaus Toppmöller tatsächlich zweitklassig. Für alle jüngeren Leser: Das ist der Papa von Dino Toppmöller. Und bis heute Rekordtorschütze des 1. FC Kaiserslautern in der Bundesliga.
Wer sich die Zweitligatabelle von damals anschaut, gerät automatisch ins Schwärmen. Namen wie aus einem Panini-Album.
Als Tabellenletzter ging es zwar fast aussichtslos wieder runter – aber wie sagte der damalige Vorsitzende in einer sehr empfehlenswerten Doku so schön:
„Wer den Mut hat aufzusteigen, muss auch den Mut haben, wieder abzusteigen.“
Eingefädelt wurde das Spiel von Trainer Sascha Fuhr, der mit Salmrohr-Coach Rudi Thömmes befreundet ist. Und der war bis zum Sommer nicht ganz unschuldig am kometenhaften Aufstieg der SV Elversberg.
Ein außergewöhnlicher Gegner also im Kraichgau.
Wobei: Ganz so außergewöhnlich sind solche Besuche in Reihen gar nicht.
1974 wurde das Professor-Karolus-Stadion mit einem Spiel gegen 1860 München eingeweiht. Zwei Monate später kam Preußen Münster, ein Jahr darauf sogar der FC Bayern. 1978 gab sich Schalke 04 die Ehre, 1983 Karlsruhe – und 1984 lief sogar die U21 der Elfenbeinküste auf.
Reihen hatte schon immer ein Talent dafür, große Namen auf kleine Wiesen zu locken.
Ein bisschen schade ist es deshalb, dass das Prof.-Karolus-Stadion morgen nicht selbst Zeuge einer weiteren dieser Geschichten wird. Gespielt wird im Sinsheimer Sportpark auf Platz 4.
Aber vielleicht verirrt sich so ja der ein oder andere Städtler zum Kiebitzen an den Rand.
Anpfiff ist um 13:00 Uhr.