Der SV Reihen verliert erstmals in dieser Saison ein Ligaspiel. Beim starken TSV Kürnbach, der in dieser Form unweigerlich zu den heißesten Titelanwärtern der Kreisliga gehören dürfte, war an diesem Sonntag eigentlich nichts zu holen. Oder doch?
2:0 heißt das am Ende noch ziemlich ordentlich klingende Ergebnis. Dem Spielverlauf nach – so ehrlich muss man sein – hätten es gut und gerne drei Tore mehr sein können. Vor allem in der zweiten Hälfte scheiterte die Heimmannschaft entweder am teilweise fahrlässigen Umgang mit den eigenen Chancen oder an einem starken Stefan Scholl im SV-Tor.
Und doch hatte dieses Spiel seine Momente, in denen der SV durchaus etwas hätte mitnehmen können.
Mbaye machte in der ersten Halbzeit ordentlich Dampf über seine rechte Seite, konnte mehrfach durchbrechen und Abschlüsse kreieren. Einmal versuchte er es selbst mit einem guten Schuss, der nur knapp über das Tor ging. Kurz vor der Pause lieferte dann ein Eckball die nächste große Möglichkeit zur Führung. Doch an diesem Nachmittag hing die Latte offenbar knapp zwei Zentimeter zu tief.
Für das Spielerische war an diesem Tag allerdings fast ausnahmslos der TSV Kürnbach zuständig. Dank der starken und physischen Gegenwehr der an diesem Tag in Grau spielenden Schwarz-Weißen ging die Nullnummer zur Pause dennoch weitestgehend in Ordnung.
Fünf Minuten nach Wiederanpfiff fiel dann aber das 1:0 für die Gastgeber, Nico Braust netzte ein (49. Minute).
Mit einer spektakulären Seitfall-Rückzieher-Bewegung hatte Marlon Schwartz anschließend die beste Chance zum Ausgleich. Wieder Aluminium.
Ab diesem Zeitpunkt übernahm Kürnbach endgültig. Der TSV erspielte sich nun beinahe im Minutentakt Möglichkeiten. Dass nach dem zweiten Treffer um die 60. Minute durch Dominik Zecevic, nichts Zählbares mehr heraussprang, war aus Sicht des SV durchaus schmeichelhaft. Scholl hielt, was zu halten war – und manchmal auch ein bisschen mehr. Kürnbach wiederum ließ liegen, was eigentlich kaum liegen zu lassen war.
Die Erkenntnis dieses Nachmittags ist weder besonders neu noch wahnsinnig intelligent. Sie ist schlicht die Realität:
Wenn du bei diesem Gegner etwas mitnehmen willst, brauchst du die volle Besetzung. Dann brauchst du einen Ebert. Einen Hack. Einen Bellanave, der an diesem Tag bereits nach rund 20 Minuten verletzt vom Platz musste. Du brauchst einen Marlon Schwartz in Topform, einen Musik und am Ende brauchst du wahrscheinlich auch noch ein bisschen Glück.
All das hatte der SV Reihen an diesem Sonntag nicht.
Und so bleibt eine verdiente Niederlage gegen eine Mannschaft, die an diesem Nachmittag schlicht eine Nummer zu groß war.
Nach nunmehr drei Jahren Ausnahmezustand braucht es im Spätsommer und in den kommenden Wochen allerdings keine Pokalheroen. Es braucht Alltagshelden.
Aus den hochfliegenden Kuckucks dürfen deshalb gerne wieder Eichhörnchen werden, die sich ihre Punkte hier und da zusammensammeln. Nicht spektakulär. Nicht für die Geschichtsbücher. Sondern Punkt für Punkt, um am Ende eine ordentliche Kreisligasaison zu spielen.
Die kommenden Wochen mit drei Heimspielen gegen starke Gegner und sicherlich hochmotivierte Nachbarn geben die Mission ziemlich eindeutig vor:
Punkte holen. Schnörkellos. Und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln.