22.09.2022

Once in a Lifetime 

Manches ist einmalig im Leben. Man wird nur einmal geboren. Das erste Mal gegen einen Ball treten.  Zum ersten Mal betrunken. Der erste Kuss. Ebenso beispiellos wird das Tor von Yannik Obländer im Spiel gegen den SV Adelshofen bleiben.

 

95 Spielminuten dauerte diese Partie, bis dieses Tor fallen durfte. Bis dahin führte der SV Reihen beim bemühten Aufsteiger mit 3-2. Seit der 25. Minute in Unterzahl, nachdem Klein sich in einem unglücklichen Zweikampf die rote Kartonage abholte. Das Bein war zu hoch, der Kopf des Gegenspielers im Bewegungsradius. Absicht? Sicher nicht. Berechtigt? Wahrscheinlich schon.

 

Jedenfalls war es keineswegs der einzige Aufreger an diesem freaky Thursday. Hitzig und emotional. Harte Zweikämpfe und viel Laufarbeit. Der SV Adelshofen ist eine Bereicherung für die Klasse – so viel steht fest. Gelingt es, die noch erkennbaren spielerischen Defizite mit den gesammelten Erfahrungen auszubauen, sicher auch im nächsten Jahr.

Nach 45 Minuten stand unterm Strich ein Tor Vorsprung. Hermann und doppelt Keil hatten für Schwarz-weiß gestochen.

 

Die Heimelf war in einigen Situationen dran am Ausgleich – Reihen ebenso an der Entscheidung. Eine offene Partie mit vielen Szenen vor dem Tor. Beste Unterhaltung im Spot der Flutlichter. Manche Spiele sind einfach prädestiniert für diese ganz besonderen Situationen. Diese Elemente einer Saison die in Erinnerung bleiben. Jedes Jahr zwei, vielleicht drei.

 

Obländer besorgte mit seinem letzten Ballkontakt eben dieses „Waisch noch, damals?“. Und er beschert sich selbst dieses wohl einmalige Tor seiner Laufbahn.

 

Aus gut 60 Metern zimmerte er den Ball in den Nachthimmel. Befreiung, weg mit dem Ding! Wie ein Heliumluftballon verschwand das Spielgerät im Schwarz. Wieder auf der Erde angekommen drehte sich das Leder im 5 Meterraum samt dem Goali selbst ins Tor. Grenzenloser Jubel, weil alle spürten – das ist ein Moment der Saison 22/23. Nicht vorhersehbar und – wenn man in diesem Moment für eben die richtige Mannschaft brennt – eine gewisse Form von Ekstase. Job, Sorgen, Gedanken, in dieser Situation ist alles weg. Jeder Mensch am Platz ist für eine kurze Zeit nur im hier und jetzt.

 

Man sollte sich bei dem eigenen Team bedanken, dass es uns, mir und diesem Blog dieses Tor geschenkt hat. Wenn ich heute Abend die Augen zu mache, darf ich wie der Ball selbst, nochmal abheben und ins gegnerische Tor grätschen. Once in a Lifetime. Obländer und sein Schuss in den Himmel von Adelshofen. Sein Moment – unsere Party. 

 

 

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