"Harte Zeiten für Hardi den Hardwaldt Hamster"
Im Angebot: drei Groundhopping-Menüs – alle im selben Colour. Ziemlich unbunt, aber keineswegs farblos.
Also rein ins monochrome Sieben-Tage-Fußballabenteuer.
Los ging die Geschichte am Dienstag, den 08.09., am Hardtwald in Sandhausen. Regionalliga Südwest. Der dort ansässige Sportverein gegen den Sport- und Gemeinschaftsverein Heilbronn – Freiberg Fußball e.V.
Der durchaus griffige Name wird erst seit dem vergangenen Jahr getragen. Mit der großen Stadt Heilbronn hatte der Club ursprünglich ungefähr so viel am Hut wie der Big Mac mit Burger King. Allerdings wird in Freiberg seit einigen Jahren Profifußball angestrebt – und dafür braucht es eben irgendwann ein taugliches Stadion. In der rund 140.000 Einwohner starken benachbarten Käthchenstadt fand man sowohl eine passende Spielstätte als auch ein Vakuum an höherklassigem Fußball.
Wir kommen gleich noch einmal darauf zurück.
Zunächst aber zum SV Sandhausen. Der sichtbar schwer gebeutelte Verein hat mal wieder seinen Trainer entlassen und versucht es nun mit dem zweitligaerfahrenen Markus Kauczinski. Der SVS hat definitiv schon bessere Zeiten erlebt. Von einst elf Jahren 2. Bundesliga ist derzeit nicht mehr allzu viel übrig.
Knapp 2.000 Zuschauer verloren sich in einem für die Regionalliga überdimensionierten Stadion, während die aktive Fanszene aktuell die Heimspiele boykottiert. Das Spiel – ziemlich harte Kost – passte ins Bild. Sandhausen ergaunerte sich ein 0:0 gegen einen spielerisch weit überlegenen Gegner.
Weiter ging es am Freitag zum VfR Heilbronn.
Und damit zurück zu unserem oben genannten Eindringling aus Freiberg. Durch dessen Umzug nach Heilbronn hat der VfR in seinem natürlichen Habitat ausgerechnet seine Heimspielstätte, das Frankenstadion, verloren.
Der 2018 neu gegründete Traditionsverein ist im vergangenen Jahr sang- und klanglos aus der Verbandsliga abgestiegen. Damit kommt eines der spannendsten Fußballprojekte im Südwesten aktuell ziemlich ins Stottern. Wähnte man sich in Heilbronn vielleicht schon selbst als künftigen Lieferanten von höherklassigem Fußball, kam dieser nun einfach von außen.
Man wird sehen müssen, wie sich der Fußball in Heilbronn durch diese neue Situation organisiert.
Gekickt wird beim VfR jedenfalls erst einmal in der Landesliga. Am Freitag ging es gegen den TSV Heimerdingen – auf dem schönen Sportplatz in Unterheinriet. Der dort beheimatete B-Ligist bietet erstaunlich gute Bedingungen. Selbst eine digitale Anzeigetafel steht dort herum.
Das Spiel endete ziemlich deutlich mit 3:0 für den VfR. Auch wenn die Gäste ihre Momente hatten, war der Sieg durchaus verdient. Ob die Heilbronner mit ihrer zweifellos stark besetzten Mannschaft in der neuen Spielklasse wieder angreifen können, bleibt zu hoffen.
Über 400 Zuschauer und eine aktive Fanszene am Platz zeigen jedenfalls: Für die Landesliga sind die Unterländer eigentlich weit unter ihren Möglichkeiten unterwegs.
Das eigentliche Drama dieses Freitags spielte sich allerdings abseits des Rasens ab:
Die legendären Heilbronner Cevapcici waren kurz nach der Halbzeit ausverkauft.
Damit ging es hungrig ins Bett.
"Albert der Spatz im Donaustadion"
Am nächsten Morgen wartete schließlich der beschwerliche Weg nach Ulm. Dort spielte an jenem Samstag der SSV gegen den FSV – also Ulm gegen Frankfurt. Münster gegen Kaiserstadt. Mittlerweile ebenfalls Regionalliga, nachdem die Spatzen im vergangenen Jahr direkt durchgereicht wurden.
Rund um das Donaustadion herrscht aktuell eine einzige Baustelle. Das macht es selbst den Heimfans beinahe unmöglich, den richtigen Eingang zu finden.
Der Ground selbst ist cool. Knapp 5.000 Zuschauer waren da und sahen, wie die Heimmannschaft nach zwei Abstiegen in Folge bereits dem nächsten entgegenzurennen scheint.
Auch dieses Spiel ging verloren: 1:2. Unglücklich, aber keineswegs unverdient.
Verständlicherweise liegen die Nerven inzwischen blank. Nach Abpfiff wurde die Mannschaft praktisch von einem Eck des Stadions ins andere beordert, um sich dort jeweils die entsprechende Standpauke abzuholen. Als Krönung vermöbelte sich anschließend der Heimblock noch selbst.
Keine leichten Zeiten in Ulm.
Und dann kam es noch schlimmer:
Auch die legendären Käsespätzle waren in der Halbzeit ausverkauft.
Nach der Cevapcici-Katastrophe vom Vorabend war das nun wirklich nicht mehr zu akzeptieren.
Also fand die Schwarz-Weiße Woche ihren kulinarischen Abschluss eben im Brauhaus am Ulmer Münster. Irgendwann muss der Mensch schließlich essen.
Und dabei sind wir noch nicht einmal ganz am Ende.
Denn der wichtigste aller Farblosen spielt am heutigen Sonntag gegen Kirchardt.
Von daher:
Ab ins Prof.-Karolus-Stadion – und guten Appetit.