Gern wird nach souveränen Siegen davon gesprochen, dass Mannschaften diese „im Stile einer Spitzenmannschaft“ gewonnen haben. Souverän, abgeklärt und ungefährdet.
So weit sollte der SV Reihen nach dem 4:0-Heimsieg gegen die SG Kirchardt nicht gehen.
Aber es macht langsam die Runde, dass der SV seine Spiele im Stile einer Mannschaft gewinnt. Einer Mannschaft, die sich dieses Prädikat mehr und mehr verdient.
"Gut gefüllte Nordkurve auch an diesem Sonntag"
Ohne die gesperrten Obländer und Koprivnik, weiterhin mit vielen verletzten und angeschlagenen Spielern, geht es eben nur, wenn alle vorhandenen Zahnräder ineinandergreifen. So geschehen an diesem Heimspiel.
Zweifelsohne spielte der Verlauf der Partie den Hausherren dabei in die Karten. Nach neun Minuten war der Landesliga-Absteiger aus Kirchardt nach einer Notbremse in Unterzahl. Den fälligen Elfmeter verwandelte Fabi Hack im zweiten Versuch – mit dem Kopf.
Knapp zehn Minuten später war es Marlon Schwartz, der die Führung ausbaute.
Zwar waren die Gäste zwischenzeitlich besser im Spiel, ohne jedoch wirklich zwingend oder gefährlich zu werden. Die Führung zur Halbzeit war damit mehr als in Ordnung.
Zweite Halbzeit, ähnliches Bild: Kirchardt hatte ein paar Chancen, Reihen verwaltete die Führung aber recht erfolgreich. Daran änderte auch die Ampelkarte gegen Bellanave nichts.
Dann ein starker Ball in die Tiefe – und Musik veredelte seinen langen Weg Richtung Nordkurve mit dem 3:0 nach 73 Minuten. Damit war das Spiel im Prinzip entschieden.
Was dann noch folgte, war die Krönung für den Spieler der Partie. Di Meo machte mit seinem Kopfballtor zum 4:0 seine starke Leistung an diesem Sonntag perfekt.
"Man of the Match - Massimo Di Meo"
Eine schöne Randgeschichte gab es ebenfalls: Sascha Reimann, seines Zeichens Vorstand des Clubs von 1920, wurde kurz vor dem Ende eingewechselt.
Nur, um das Ganze zeitlich einzuordnen: Als Reimann sein erstes Seniorenspiel für den SV Reihen bestritt, musste sein Mitspieler Marlon Schwartz noch vier Jahre auf seine Geburt warten.
Auch an diesem Sonntag also: ein generationsübergreifendes Projekt, dieser SV Reihen im Jahr 2026.
Was von diesem Tag bleibt, ist damit nicht der zweifellos gute Tabellenplatz. Auch nicht die Gewissheit, in den vergangenen beiden Spielen neun Tore geschossen zu haben.
Spitzenmannschaften dürfen sich gerne andere nennen.
Der SV ist eine Mannschaft. Und das reicht uns.
Noch sieben Tage bis zum Derby gegen Steinsfurt.
Das nächste Heimspiel wartet schon.
"Hier spielt der Chef persönlich"