Blowing Bubbles 

Der SV Reihen gewinnt das Derby gegen den TSV Steinsfurt mit 4:0 und lässt dem angeschlagenen Nachbarn in einem ungleichen Duell nicht den Hauch einer Chance.

 

Das Professor-Karolus-Stadion hat in den vergangenen Jahren sicherlich schon spannendere Fußballspiele gesehen. Der Tag selbst ging den Anhängern des Sportvereins dafür runter wie Sahne.

Schon lange vor dem Anpfiff trafen sich die Alten Herren anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens und stießen gemeinsam auf zehn Jahre voller Geschichten und Fußball an. Es war also ohnehin schon angerichtet für einen dieser Sonntage, an denen man gerne ein bisschen länger am Sportplatz bleibt.

Bewegend wurde es dann auch beim Einlaufen – im wahrsten Sinne des Wortes. Während sich die zahlreich mitgereisten Gäste auf ihrem Banner mit dem Gegner beschäftigten – „Der Phönix frisst den Kuckuck“ – kümmerte sich die Nordkurve auf Heimseite lieber um sich selbst.

 

Schwarz-weiße Fahnen, das Gründungsdatum des SV Reihen und dazu jede Menge Konfetti in Schwarz und Weiß – ergänzt durch das mittlerweile fast obligatorische Grün für den Lindenbaum. Ein schönes Bild zum Derby und eines, das dem Anlass gerecht wurde.

Und weil an diesem Sonntag offenbar noch irgendetwas fehlte, hatte einer der Alten Herren kurzerhand eine kleine Seifenblasenmaschine mitgebracht. So schwebten in regelmäßigen Abständen unzählige Bubbles über den Rasen des Karolus-Stadions.

 

Warum? Keine Ahnung.

 

Aber manchmal sind genau das die Dinge, die einen guten Fußballsonntag ausmachen.

Zum Spiel selbst passte es jedenfalls erstaunlich gut. Denn auch die Hoffnungen des TSV auf einen Derby-Coup zerplatzten ziemlich schnell.

Man muss leider festhalten: In dieser Besetzung, ohne ihren Ausnahmespieler Prommer, wirkte Steinsfurt an diesem Nachmittag nicht kreisligatauglich. Mehr soll an dieser Stelle über den Nachbarn aber auch gar nicht gesagt werden. Schließlich ist der TSV Partner des SV Reihen in der gemeinsamen zweiten Mannschaft und im Karolus-Stadion immer ein gern gesehener Gast.

 

Nur mit dem Punktesammeln sollte man langsam anfangen. Sechs Spiele, null Punkte – überschaubar.

 

Der SV Reihen wiederum spielte die Partie seriös, abgeklärt und ohne dabei übermäßig glänzen zu müssen. Eine Feststellung, die man sich nach einem 4:0-Derbysieg durchaus komfortabel leisten kann.

Bis zur Halbzeit stellten Musik mit einem direkt verwandelten Eckball und Koprivnik mit einem satten Schuss von rechts auf 2:0. Gemessen an den Torchancen und den zahlreichen Durchbrüchen nach vorne war das für die Gäste sogar noch schmeichelhaft.

Immer wieder gab es Phasen, in denen es die Schwarz-Weißen etwas gemächlicher angehen ließen. Vorwerfen konnte man ihnen das angesichts der überschaubaren Gegenwehr allerdings kaum.

 

Nach 70 Minuten erhöhte Marlon Schwartz auf 3:0, fünf Minuten vor dem Ende setzte Klein mit dem 4:0 schließlich den Deckel auf eine einseitige und zu keinem Zeitpunkt gefährdete Partie.

Dann war Schluss.

 

Die Alten Herren hatten gefeiert, die Nordkurve geliefert, der SV das Derby gewonnen – und irgendwo über dem Rasen schwebten noch immer ein paar Seifenblasen.

Blowing Bubbles im Professor-Karolus-Stadion.

 

Für den SV Reihen war an diesem Sonntag jedenfalls keine davon geplatzt.

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