Wenn am Ende einer Spielzeit der Blick auf die Tabelle fällt, dann sind es oftmals nicht die zwei oder drei Spitzenspiele, die den Unterschied zwischen einer guten und einer durchschnittlichen Platzierung ausmachen. Vielmehr sind es jene unscheinbaren Partien im Frühjahr oder Herbst gegen Gegner aus den unteren und mittleren Tabellenregionen. Wer dort kontinuierlich seine Punkte einsammelt, der findet sich am Ende meist weit oben wieder.
Dass der SV Reihen nach dem 11. Spieltag der Kreisliga Sinsheim auf einem starken dritten Tabellenplatz steht, liegt vor allem daran, dass die Schwarz-Weißen aktuell eben genau diese Sonntage für sich entscheiden.
Beim Heimspiel gegen den VfB Epfenbach gelang mit einem 3:1-Erfolg ein weiterer Sieg dieser Kategorie. Ein nur mäßig gefülltes Stadion, strömender Regen und ein Rasen, der mit zunehmender Spieldauer mehr an eine landwirtschaftliche Nutzfläche erinnerte – wahrlich kein Sonntag für Schönwetterfußballer.
Bereits nach zwölf Minuten hatten die stark ersatzgeschwächten Gäste erstmals das Nachsehen. Jeng reagierte am schnellsten, umkurvte den Epfenbacher Schlussmann und schob zur frühen Führung ein. Der SV bestimmte fortan das Geschehen, hatte die Partie weitgehend im Griff und hätte bis zum Pausenpfiff durchaus deutlicher führen können.
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst wenig am Spielgeschehen. Reihen kontrollierte die Begegnung, ohne allerdings den entscheidenden zweiten Treffer nachzulegen. Und so kam es, wie es im Fußball eben manchmal kommt: In der 57. Minute nutzte Braun eine Unachtsamkeit in der Hintermannschaft der Gastgeber und schob zum überraschenden Ausgleich ein.
Plötzlich war wieder Spannung in einer Partie, die der SV eigentlich längst hätte entscheiden können.
Die Schwarz-Weißen waren nun gefordert, das Tempo wieder anzuziehen. Und sie lieferten. Nach einer schönen Aktion von Schwartz war es Bellanave, der zur erneuten Führung vollendete.
Eine Viertelstunde später machte Koprivnik schließlich den Deckel drauf. Per Elfmeter erzielte er seinen bereits vierten Saisontreffer und stellte den 3:1-Endstand her.
Es sind genau diese Spiele, die in diesem Herbst den Unterschied machen. Spiele, in denen nicht alles glänzt, in denen der Gegner unangenehm ist, der Platz tief und das Wetter miserabel. Spiele, die man vor einem Jahr vielleicht noch aus der Hand gegeben hätte und die man heute mit einer gewissen Selbstverständlichkeit gewinnt.
Denn wer am Ende oben stehen möchte, muss nicht nur an den großen Tagen glänzen. Er muss dann liefern, wenn der Fußball zur ehrlichen Arbeit wird.
Can you do it on a rainy Sunday?
Yes, we can!